Aktuelle Forschungsprojekte


Herausforderungen und Chancen von Klimabildung aus der Perspektive von Schüler*innen und Lehramtsstudierenden

Für das Erreichen der Klimaziele nehmen Bildungsakteur*innen in der gesellschaftlichen Transformation eine essentielle Multiplikator*innen-Rolle ein. In der fachdidaktischen Forschung zum Thema Klimabildung scheint bisher die Diskussion, was die Adressat*innen von Klimabildung, z. B. Schüler*innen oder Lehramtsstudierende, wissen und können sollten sowie die Untersuchung ihres Fachwissens oder Klimaschutz-Handeln vordergründig. Umgekehrt ist bisher aber wenig darüber bekannt, wie diese Adressat*innen ihre bisherige Klimabildung sowie die Rolle ihrer jeweiligen Bildungsinstitutionen in Bezug auf Klimaschutz bewerten.

Im Rahmen einer qualitativen Fragebogenstudie an 80 Schüler*innen der Sekundarstufe 2 sowie 18 Biologie-Lehramtsstudierenden (B.Ed) wird untersucht, welche Wahrnehmung beide Kohorten hinsichtlich folgender Fragestellungen besitzen: 1) Bedeutung und Herausforderungen ihrer Rolle als potentielle “Change Agents” für die Multiplikation von Klimawandel-Inhalten, 2) die Rolle ihrer Bildungsinstitutionen Schule und Hochschule für Klimaschutz und 3) welche Emotionen Klimabildung bei ihnen hervorruft.

Hier finden Sie die aktuelle Publikation zum Projekt:

Projektbeteiligte: Veronika Winter, Andrea Möller

Kooperationspartnerin: Johanna Kranz - Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen (DE)

Literatur:


Kritisches Denken in der Klimakrise

Naturwissenschaftliche Grundbildung und kritisches Denken im Hinblick auf das Bewerten von Informationen und das Treffen von Entscheidungen sind zentrale Bildungsziele im naturwissenschaftlichen Unterricht. Dies gewinnt insbesondere im Kontext des anthropogenen Klimawandels – der zentralen Herausforderung unserer Epoche – an Bedeutung, da noch immer Ursachen, Folgen und mögliche Anpassungsstrategien kontrovers diskutiert werden und darüber hinaus Fehlinformationen und Verschwörungstheorien den Diskurs begleiten.

Die bisherige naturwissenschaftsdidaktische Forschung untersucht schwerpunktmäßig die erfolgreiche Vermittlung von Fachwissen sowie affektive Einstellungen gegenüber der Klimakrise. Es hat sich jedoch gezeigt, dass selbst eine Zunahme des Fachwissens über die Klimakrise nicht zwangsläufig zu klimafreundlichen Verhaltensänderungen führt. Dieses Phänomen wird als ‘Knowledge-Behaviour-Gap‘ bezeichnet. Neuere Ansätze empfehlen für eine gelingende Klimabildung daher die Förderung von naturwissenschaftlicher Grundbildung und kritischem Denken, um Handlungsentscheidungen auf Basis von informierten Urteilsprozessen gewährleisten zu können. Kritisches Denken soll es Individuen ermöglichen, souverän mit wissenschaftlichen Erkenntnissen umzugehen und auf deren Basis Entscheidungen treffen zu können - hierfür bedarf es Aufgeschlossenheit und gleichzeitig Skepsis gegenüber neuen Informationen. Eben solche Lehr-Lernsettings, die die Vermittlung handlungsorientierter Strategien im Umgang mit der Klimakrise zum Ziel haben, können genutzt werden, um zu untersuchen, wie Individuen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen umgehen und wie sie diese Informationen für ihren eigenen Lebensalltag nutzbar machen können.

Das Projekt ist in das Forschungs- und Bildungsprojekt Klimabildung For Future eingebettet und wird in Kooperation mit der Bildungspsychologie der Universität Wien durchgeführt. Der Fokus lieg auf der Diagnostik und Förderung von kritischem Denken. So sollen Lernende komplexe Probleme der Klimakrise nicht nur evidenzbasiert und werteorientiert beurteilen können, sondern auch zur demokratischen Teilhabe und zu klimafreundlichen Handeln befähigt werden.

 

Projektbeteiligte: Linda Hämmerle, Andrea Möller

Kooperationspartner*innen: Johanna Kranz - Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen (DE), Marko Lüftenegger - Universität Wien (AU)


Professionsverantwortung in der Klimakrise: Klimawandel unterrichten

Projektbeschreibung: Im interdisziplinären Bildungs- und Kooperationsprojekts Klimabildung 4 Future werden pro Jahr ca. 90 Lehramtsstudierende des Faches Biologie und Umweltkunde als Klimabildungs-Multiplikator*innen ausgebildet. Hierzu wurde ein innovatives Seminarkonzept, welches im Rahmen von Interventions- und Interviewstudien evaluiert wird, entwickelt. Herzstück des Projekts ist die Kooperation mit Scientists, Psychologists und Teachers For Future, die es ermöglicht, umfassend auf das herausfordernde Unterrichtsthema Klimawandel vorzubereiten.

Hier finden Sie die aktuelle Publikation zum Projekt:

Zusatzmaterial als PDF (Open Access): www.waxmann.com

Projektbeteiligte: Veronika Winter, Agnes Pürstinger, Andrea Möller

Kooperationspartnerin: Johanna Kranz - Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen Trippstadt (DE)