Sprachsensibles Forschendes Lernen

doing science <> talking science

 

Laufzeit seit: 10/2018

Projektleiter: Mag. Bernhard Müllner, Universität Wien, AECC-Biologie

Betreuerin: Prof. Dr. Andrea Möller, Universität Wien, AECC-Biologie 

Projektbeschreibung:

Sprachbarrieren sind für Schüler*innen mit Deutsch als Zweit- und Erstsprache ein zentrales Lernhindernis im naturwissenschaftlichen Unterricht. Dies geht unter anderem aus internationalen Vergleichsstudien (PISA, IGLU) sowie aus der naturwissenschafts- und sprachdidaktischen Literatur hervor (Schleppegrell, 2001; Wellington et al., 2001; Norris et al., 2002; Gogolin et al., 2011; Leisen, 2011; Nitz et al., 2012; Tajmel, 2017). Geeignete Unterrichtsmodelle, die auf einen Naturwissenschaftsunterricht aufbauen, der es den Schüler*innen ermöglicht, „sich sowohl inhaltlich als auch sprachlich […] weiterzuentwickeln“ (Carnevale, 2014), fehlen im deutschsprachigen Raum weitgehend. Diese Lücke soll im Rahmen des Dissertationsprojekts mit Hilfe einer Synthese von naturwissenschafts- sowie sprachdidaktischen Ansätzen geschlossen werden.

Ausgehend von sprachdidaktischen Forderungen für einen sprachförderlichen Fachunterricht – unter anderem formuliert im Konzept der Durchgängigen Sprachbildung (Heintze, 2009) – zeigt sich das Forschende Lernen (Mayer et al., 2006) als ein vielversprechender Ansatz für die Realisierung eines sprachsensiblen Biologieunterrichts (Müllner, 2014). Einerseits weist er einige zentrale Merkmale auf, die auch sprachdidaktischen Forderungen für einen sprachförderlichen Unterricht entsprechen, andererseits wird er der Forderung gerecht, sprachsensible Unterrichtsmodelle bereitzustellen, „die für Lehrkräfte in der Unterrichtspraxis anwendbar sind“ (Tajmel, 2017). Im Rahmen einer Interventionsstudie soll nunmehr eine Lernumgebung zum Sprachsensiblen Forschenden Lernen (SFL) entwickelt, durchgeführt sowie hinsichtlich seiner Sprach- und Lernförderlichkeit beforscht werden.