Modellierung der Entwicklung einer Umweltkompetenz bei Kindern und Jugendlichen durch nachhaltige Umweltbildung

Das oberste Ziel von Bildung für nachhaltige Entwicklung ist das erfolgreiche ökologische Handeln. Um dieses zielgerichtete Verhalten zu verbessern, müssen diejenigen Fähigkeiten untersucht werden, die erwiesermaßen zu diesem befähigen und motivieren. Das erweiterte Umweltkompetenzmodell von Roczen et al. (2011, 2014) nennt drei wichtige Säulen des Umwetlkompetenzverständnisses:

1. die Umwelthandlungskompetenz

2. die Naturverbundenheit

3. das Umweltwissen

Die Umwelthandlungskompetenz stellt das Hauptkonstrukt dieses Modells dar und dient als intellektuelle Vorbedingung von Umwelthandeln. Je stärker diese Eigenschaft also ausgeprägt ist, desto mehr wird die Realisierung der persönlichen Umweltziele verfolgt (Kaiser und Wilson 2004). Die Verbindung zwischen Naturverbundenheit und Umweltverhalten wird vor allem durch positive Emotionen geprägt, die durch direkte Naturerlebnisse hervorgerufen werden.

Welche Auswirkungen eine ausgebildete emotionale Verbundenheit und ein dadurch entwickeltes Interesse auf das Handeln der Schüler hat, zeigt das Modell zur Erklärung naturschützender bzw. naturgefährdender Bereitschaften und Entscheidungen von Kals et al. (1998). Demnach ist das Interesse an der Natur ein besonders starker Prädiktor für umweltschützende Bereitschaften, denn nur wer ein individuelles Interesse an der Natur entwickelt und emotional mit ihr verbunden ist, identifiziert sich mit Natur und deren Schutz und setzt sich folglich für sie ein (Leske & Bögeholz 2008).

 

In diversen Studien sollen die verschiedenen Facetten einer Umweltkompetenz herausgefiltert und näher untersucht werden, um in einem weiteren Schritt das Modell zur Erklärung naturschützender bzw. naturgefährdender Bereitschaften nach Kals, Schumacher und Montada (1998), in Anlehnung an das Modell der Umweltkompetenz nach Kaiser, Roczen und Bonner (2013) weiterzuentwickeln und abzusichern.