Kinderuni zu Gast am Bee.Ed-Bienengelände: Ein Tag rund um die Biene

Sirren, Summen und ganz viel Wissensdurst: Rund 20 wissbegierige Kinderuni-Kids besuchten kürzlich das Bee.Ed-Bienengelände der Universität Wien und tauchten dort für einen Vormittag tief in die faszinierende Welt der Bienen ein. Organisiert wird die Kinderuni jährlich vom Kinderbüro der Universität – und Bee.Ed ist dabei fixer Programmpunkt, denn kaum ein Thema eignet sich so gut, um Kindern Natur hautnah erlebbar zu machen wie der "Superorganismus" Biene.

Was ist Bee.Ed eigentlich?

Bee.Ed ist ein österreichweit einzigartiges Projekt des Österreichischen Kompetenzzentrums für Didaktik der Biologie (AECC Biologie) an der Universität Wien. Gegründet wurde es 2012 von Andrea Möller an der Universität Trier und später mit nach Wien gebracht. Im Zentrum steht die unmittelbare Begegnung mit Honig- und Wildbienen, über die Kinder und Jugendliche einen ganz praktischen Zugang zum Thema Nachhaltigkeit bekommen. Betreut wird das Gelände unter anderem von Biologie-Lehramtsstudierenden, die hier selbst lernen, wie man mit Schulklassen imkert und Wildbienen einen Lebensraum schafft – und die auch bei der Kinderuni als Guides im Einsatz waren.

Sechs Stationen, ein Bienenvolk voller Fragen

Damit die Kinder das Bienenvolk von möglichst vielen Seiten kennenlernen konnten, war der Vormittag in mehrere Stationen gegliedert:

Fotobeute – Blick ins Bienenvolk, ohne eine einzige Biene zu stören. Bevor es an den echten Bienenstock ging, konnten die Kinder an einer Fotobeute erste Grundlagen zur Honigbiene erkunden: Wie ist ein Volk aufgebaut, wer macht was im Bienenstaat, und wie sieht eine Wabe eigentlich von innen aus?

Imkern am Bienenstock. Dann ging es ganz nah ran: Unter fachkundiger Anleitung durften die Kinder einen echten Bienenstock besuchen und miterleben, wie Imkerinnen und Imker mit den Völkern arbeiten – ein Gänsehautmoment für viele, wenn plötzlich Tausende Bienen nur wenige Zentimeter entfernt sind.

Wildbienen. Neben der bekannten Honigbiene gibt es hierzulande hunderte Wildbienenarten – die meisten leben übrigens ganz allein, statt im Volk. An dieser Station lernten die Kinder, wie unterschiedlich Wildbienen aussehen, wo sie nisten und warum sie für unsere Ökosysteme genauso wichtig sind wie ihre honigproduzierenden Verwandten.

Frühstück ohne Bienen. Ein besonders eindrückliches Experiment: Wie würde unser Frühstückstisch aussehen, wenn es keine Bestäuber mehr gäbe? Kein Honig, aber auch kein Apfel, keine Marmelade und viele andere Lebensmittel würden fehlen. Diese Station machte auf spielerische Weise klar, wie sehr unsere Ernährung von Bienen und anderen Bestäubern abhängt.

Honigverkostung. Natürlich durfte auch der Honig selbst nicht fehlen: Bei einer kleinen Verkostung konnten die Kinder verschiedene Honigsorten probieren und mit allen Sinnen erleben, welch aromatisches Produkt am Ende der Bienenarbeit steht.

Seed-Bombs basteln. Zum Abschluss wurde es kreativ und praktisch zugleich: Die Kinder stellten ihre eigenen Seed-Bombs her – kleine Kugeln aus Erde, Ton und Blühsamen, die man einfach in die Erde legen kann und aus denen dann bienenfreundliche Blumen wachsen. So konnte jedes Kind einen kleinen Beitrag zum Schutz der Bienen mit nach Hause nehmen.

Ein Abschiedsgeschenk zum Weiterschwärmen

Am Ende des Vormittags ging kein Kind mit leeren Händen nach Hause: Als Erinnerung an den Besuch gab es ein Gläschen Honig direkt vom Bee.Ed-Gelände, die selbst hergestellten Seed-Bombs zum Einpflanzen daheim – und natürlich einen Stempel im Kinderuni-Pass als Beweis für den erfolgreich absolvierten Workshop.

Ein rundum gelungener Vormittag also, bei dem die Kinder nicht nur jede Menge über Honig- und Wildbienen gelernt haben, sondern auch selbst aktiv wurden und ihren eigenen Beitrag zum Schutz der kleinen Sechsbeiner leisten konnten. Bee.Ed zeigt damit einmal mehr, wie viel mehr hinter dem Thema Biene steckt als nur Honig – und wie viel Spaß Forschen mitten im Grünen machen kann.

Mehr Informationen zu Bee.Ed und dem Bienengelände der Universität Wien gibt es unter aeccbio.univie.ac.at/beeed.