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Von Mausohren, Langohren, Hufeisennasen und was sie so brauchen…

Kontaktpersonen: Mag. Martin Scheuch, Mag. Dr. Patricia Jelemenska, Mag. Heidi Amon & ao. Prof. Dr. Günther Pass

Geeignet für die 3. – 6. Schulstufe (Volksschulen und Sekundarstufe 1), 1-3 Unterrichtseinheiten


Fledermäuse sind sehr ungewöhnliche Säugetiere, die vor allem junge SchülerInnen außerordentlich faszinieren können. Wenig bekannt ist, dass in Österreich zahlreiche Arten vorkommen, die sich in ihren Lebensansprüchen deutlich voneinander unterscheiden. Mit einer Unterrichtseinheit zur Vielfalt der Fledermäuse soll zunächst das Verständnis von den unterschiedlichen Umweltbeziehungen von Arten, d.h. den Begriff der ökologischen Nischen thematisiert werden. Davon ausgehend werden dann in einer weiteren Unterrichtseinheit die Gefährdungen und Möglichkeiten zum Schutz der Fledermäuse erarbeitet. Durch den Bau von Fledermausbrettern können die SchülerInnen auch aktiv mithelfen, dass diese faszinierenden Tiere bei uns besser leben und überleben können.


Fledermäuse in Österreich

In Österreich gibt es 26 Fledermausarten. Das sind mehr als ¼ aller in Österreich vorkommenden Säugetierarten (siehe Excel - Liste unter Materialien) . Alle heimischen Fledermäuse sind nachtaktiv und ernähren sich von Insekten sowie anderen Gliedertieren. Warum können so viele Arten bei uns nebeneinander existieren? Zwar können die Arten der Fledermäuse potentiell idente Umweltbeziehungen haben, in der Gegenwart von konkurrierenden Arten ist eine Spezialisierung in den Umweltbeziehungen wesentlich:

Eine Voraussetzung für die Etablierung einer großen lokalen Artenvielfalt, ist demnach eine Differenzierung in den Umweltbeziehungen der einzelnen Arten. Tatsächlich wird bei genauerer Analyse deutlich, dass sich die verschiedenen heimischen Fledermausarten in, ihrer Körpergröße und dem damit verbundenen Nahrungsbedarf, den Jagdstrategien und Jagdräumen, sowie den entsprechenden Nahrungsansprüchen als auch den Sommer- bzw. Winterquartieren unterscheiden. Darüber hinaus gibt es Unterschiede im Rufverhalten und der Ohrengröße, um die Ruf-Reflexionen aufzunehmen zu können, in den Charakteristika des Fluges usw. (s. Material).

Nahrung & Jagdstrategien

Unsere heimischen Fledermäuse ernähren sich von dämmerungs- und nachtaktiven Schmetterlingen, Schnaken, Mücken, Wanzen, Käfern, Ohrwürmern; manche fressen auch Spinnen und Hundertfüßer. Das Beutetierspektrum und die Jagdstrategie der einzelnen Arten unterscheiden sich allerdings deutlich: Das Mausohr jagt z.B. vor allem Laufkäfer, die am Boden leben. Wenn sie diese Insekten geortet haben, dann lassen sie sich aus geringer Entfernung auf die Beute fallen. Die Große Hufeisennase hingegen frisst bevorzugt Großschmetterlinge, die sie als Lauerer erbeutet. Sie hängt sich dazu an eine Warte und scannt mit ihren Rufen die Umgebung ab. Ortet sie ein Beutetier, fliegt sie los, fangt es mit den Flughäuten ein und kehrt zur Warte zurück, wo sie dann die Beute frisst. Die Wasserfledermaus fliegt flach über stehendem oder langsam fließendem Wasser, wo sie Insekten fängt, die knapp über der Wasseroberfläche fliegen. Sie können aber auch Tiere von der Wasseroberfläche absammeln, wie z.B ins Wasser gefallene oder gerade schlüpfende Insekten. Etwa alle vier Sekunden schnappen diese Fledermäuse bei ihren Jagdflügen nach einem Beutetier. Die kleine Zwergfledermaus wiederum jagt in sehr unterschiedlichen Lebensräumen, z.B. in Siedlungen, in Parks, an Gewässern, entlang von Gebüschen, an Waldrändern, aber auch im Wald entlang von Waldwegen oder im Schein von Straßenlampen. Die einzelnen Fledermausarten haben also recht unterschiedliche Beutetierspektren und Jagdräume. Wenn aber einmal Massen von fliegenden Ameisen auftreten, dann bevorzugen alle Fledermäuse diese üppige Nahrungsquelle.

Die beschriebenen Unterschiede in den Nahrungsansprüchen, Jagdstrategien und Lebensräumen der verschiedenen Fledermausarten korrelieren mit Unterschieden in ihren Ortungssystemen und Peillauten bei der Jagd. Beim Mausohr, das Insekten von der Bodenoberfläche sammelt, wird angenommen, dass sie die Beute vor allem über deren Laufgeräusche finden. Wahrscheinlich hilft auch die optische Wahrnehmung beim Orten der Beute auf dem Boden. Das Mausohr kann aber auch Ultraschallimpulse im Bereich 27-35 kHz für die Jagd von Insekten in der Luft nutzen (s.u.). Die Große Hufeisennase jagt einen Großteil ihrer Beute von einer Hängewarte aus. Für die genaue Ortung der Beute ist Echolokation von besonderer Bedeutung. Sie sendet sehr lange Rufe mit hohen Frequenzen (79-84kHz) aus. So kann sie die sich schnell bewegende Beute gut wahrnehmen und gezielt anfliegen. Viele der einheimischen Fledermausarten sind auf die Jagd von Insekten in der Vegetation spezialisiert. Die Such-Ortungslaute, die in diesen Jagdgebieten benutzt werden, liegen im Ultraschallbereich zwischen ca. 20 und 50kHz. Die Fledermäuse müssen dabei einerseits Hindernisse gut erkennen, aber auch die dazwischen fliegende Beute ausmachen können.  

Sommerquartiere und Winterquartiere

Fledermäuse wechseln im Jahreslauf ihre Schlaforte. Die meisten Arten überwintern in Höhlen, Stollen, Bergwerken und Kellern (z.B. Hufeisennasen, Mausohr, etc.), wo die Temperaturen nie unter 0° Celsius fällt. Einige Arten überwintern auch in Felsspalten (Zwergfledermaus) oder in Spalten an Gebäuden, in Baumhöhlen, an oder unter Brücken – diese Arten halten auch geringfügigen Frost aus. Die Sommerquartiere der einzelnen Arten unterscheiden sich deutlicher voneinander. Die Körpergröße und Beweglichkeit im Flug und kriechend ist dabei wesentlich.

Die Zwergfledermaus bezieht ihre häufig wechselnden Sommerquartiere immer in engen Spalten, die Große Hufeisennase braucht hohe Dachstühle mit unterschiedlichen Temperaturverhältnissen, damit sie über den Sommer hinweg im Dachstuhl unterschiedliche Bereiche nutzen kann.

Während Vögel vor allem ziehen, um anderswo saisonal üppig vorhandene Nahrung zu nutzen, zieht die Mehrzahl der Fledermausarten mit dem Ziel, bessere Winterschlafplätze zu erreichen. In einer neuen Untersuchung wird u.a. der Zusammenhang zwischen der Sommerschlafstelle und der Wahrscheinlichkeit zu ziehen bei der Familie der Glattnasenfledermäusen betrachtet: Arten, die im Sommer tagsüber in Baumhöhlen schlafen, entwickeln eher Zugverhalten als Fledermäuse, die in Höhlen oder Gebäuden im Sommer leben. In Baumhöhlen ist es möglicherweise schwieriger, ideale Überwinterungsbedingungen zu finden, da die meisten Fledermausarten eine Temperatur über 0° Celsius und eine bestimmte Luftfeuchtigkeit brauchen. Die Wasserfledermaus beispielsweise, die zu dieser Familie gehört, verschläft die insektenarme Jahreszeit in frostsicheren Höhlen, Stollen, Felsspalten aber auch in Brunnen oder der Kanalisation. Hierbei sind 100 % Luftfeuchtigkeit und 3-6° Celsius ideal. Wenn die Temperatur dauerhaft unter 3° Celsius fällt, wechselt sie in ein wärmeres Winterquartier. Um so ein Quartier zu erreichen, kann sie bis 200 Kilometer weit weg vom Sommerquartier, in verlassene Buntspecht- und Fäulnishöhlen fliegen. Dagegen ist das Mausohr sehr temperaturempfindlich. Um in die 7°-12° Celsius warmen Höhlen, Stollen und Keller im Winter zu ziehen, fliegt es von den Sommerquartieren – Dachböden, Kirchtürmen 100 bis 200km weit. Die Zwergfledermaus verkriecht sich im Sommer in enge Ritzen (bis 10mm Durchmesser) unter loser Rinde, in enge Spalten zwischen Ziegeln oder Felsen. Sind die Umweltfaktoren für die Überwinterung angemessen, sind sie auch ortstreu.

Der Begriff der „ökologischen Nische“

Ökologische Nische bezeichnet in der Biologie die Summe der Wechselbeziehungen zwischen Lebewesen und Umwelt. Oft wird der Begriff der ökologischen Nische missverstanden und räumlich aufgefasst, wobei das Habitat, in dem eine Art vorkommt auch mit seiner „Adresse“ beschrieben wird, wie es an dem Beispiel der Fledermäuse mit den Winter- und Sommerquartieren passieren kann. Der Begriff der ökologischen Nische bezeichnet jedoch nicht einfach, wo ein Organismus lebt, sondern vor allem wie er lebt. Wie oben definiert, handelt es sich um multidimensionale Ansprüche einer Art an die Umweltbedingungen. Die Art-Umweltbeziehung bei den Fledermäusen wurde hier bei der jeweiligen Art z.B. durch die entsprechenden Jagdreviere, wie auch die Überwinterung in entsprechenden Winterquartieren (Temperatur und Feuchtigkeit) beschrieben.

Die Vorstellung, dass ein Ökosystem ökologische Nischen gewissermaßen als Planstellen anbietet, die von den Arten nur besetzt werden, ist ebenfalls missleitend. Die ökologischen Nischen der einzelnen Arten haben sich in einem vielfachen Wechselspiel mit ihrer Umwelt im Laufe der Evolution entwickelt und verändern sich auch ständig weiter. Die ökologische Nische einer Art ist dynamisch zu denken. Sie wird durch verschiedenste Grenzen definiert, innerhalb derer diese Art leben, sich entwickeln und fortpflanzen kann. Auf die Fledermäuse bezogen bedeutet das, dass wahrscheinlich u.a. die Konkurrenz zwischen den verschiedenen Fledermausarten zu einer Differenzierung in den Lebensweisen geführt hat (sie jagen z.B. mit unterschiedlichen Peillauten verschiedene Beutetiere). Dies setzt sich wiederum in den teilweise unterschiedlichen Ansprüchen der Arten an die Umweltbedingungen fort.

Gefährdung und Schutz von Fledermäusen

Obwohl Fledermäuse unter strengem Naturschutz stehen (Natura 2000, eurobat-Schutzabkommen), gelten sie nach wie vor als stark gefährdete Tiergruppe.

Genauso wie es nicht „die“ Fledermaus gibt, sollten auch beim Naturschutz die Fledermäuse differenziert betrachtet werden. Das Konzept der ökologischen Nische deutet bereits darauf hin, dass ein Rückgang der einzelnen Fledermausarten auf unterschiedliche Ursachen und Faktoren zurückgeht. Für alle Fledermäuse gilt jedoch die Verringerung des Nahrungsangebots durch Insektizidanwendung bzw. Schädigungen durch vergiftete, aber noch lebende Nahrungsinsekten als wesentlicher Gefährdungsfaktor. Der Rückgang von einigen Arten im Zusammenhang mit dem Nahrungsmangel wird zurzeit sehr intensiv erforscht.

Ein anderer wichtiger und limitierender Faktor ist das Vorhandensein und die Qualität der Quartiere für die Überwinterung oder die Geburt der Jungen in den Wochenstuben. Durch Keller, Stollen und Bergwerke haben die Menschen viele Alternativen zu natürlichen Höhlen für die Überwinterung geschaffen. Dachböden waren in der Vergangenheit wichtige Sommerquartiere für viele Fledermäuse. Moderne Häuser mit ihren völlig dicht abgeschlossenen und ausgebauten Dachböden fallen hier leider aus.

Gerade bei den Quartieren kann jeder etwas für den Fledermausschutz tun.  Es gibt Initiativen die sich dafür einsetzen, dass Kirchtürme und alte Dachböden fledermausgerecht hergerichtet werden. So können in diese Dächer spezielle Dachziegel mit Öffnungen (so genannte Lüfterziegel) eingesetzt werden, die den Fledermäusen Zutritt zu ihren Quartieren ermöglichen. Als Quartierhilfe können für manche Arten (Ritzenbewohner bzw. Baumhöhlenbewohner) auch Fledermauskästen angebracht werden (weitere Infos siehe unter Materialien). Um Störungen in den Winterquartieren zu vermeiden, können die Ein- und Ausflugöffnungen von Höhlen durch Vergitterung geschützt werden. Darüber hinaus helfen natürlich auch der Verzicht auf Insektizide und giftige Holzschutzmittel in Dachstühlen sowie die Sicherung von vielfältigen Kulturlandschaften den Fledermäusen zu überleben.


Unterrichtsideen für die 3. bis 6.Schulstufe

Didaktische Bemerkungen

Fledermäuse sind als „Kobolde der Nacht“ für Kinder ziemlich spannende Tiere mit sehr eingängigen und lustig klingenden deutschen Namen (Hufeisennase, Mausohr, Mopsfledermaus, Alpensegler, etc.). Am Beispiel der Fledermäuse können die SchülerInnen lernen, dass es bei uns nicht nur DIE Fledermaus gibt, sondern zahlreiche Arten. Über diese harmlosen Insektenfresser gibt es viele abergläubische Mythen und gruselige Vampirgeschichten (z.B. Fledermäuse fliegen in die Haare, saugen Blut…etc.). Solche Vorurteile sollen im Unterricht durch Kennen lernen von einigen Fledermausarten und ihrer Lebensweise thematisiert werden. Darüber hinaus können die SchülerInnen die Grundlagen der Biologie und Ökologie der Fledermäuse über die ökologische Nische – also die Art-Umwelt Beziehung – kennenlernen. Dabei sind Umweltbeziehungen der jeweiligen Arten wesentlich, um den Begriff der ökologischen Nische nicht räumlich aufzufassen.

In der ersten Unterrichtseinheit werden anhand einer Auswahl von 10 Arten (die je nach Bedarf in der Klasse auch noch reduziert werden kann) die Ansprüche an die Umweltbedingungen und somit der Begriff der ökologischen Nische erarbeitet. Dabei werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Arten erfahrbar.

Die Fledermäuse sind eine gefährdete Tiergruppe, an der sich beispielhaft auch die anthropogenen Veränderungen der Lebensräume und die dadurch bedingten Probleme für Wildtiere erarbeiten lassen (Unterrichtseinheit 2). Daraus wiederum lassen sich mögliche Schutzmaßnahmen ableiten. Durch einige Hinweise kann thematisiert werden, wie man den Fledermäusen helfen kann, damit sie besser leben und überleben können.

1. Unterrichtseinheit: Wo & wie leben verschiedene Fledermausarten?

Einstieg

Eine spielerische Möglichkeit in den Unterricht einzusteigen bildet das „Fledermaus Nasenquiz“ (frei nach Joseph Cornell). Die SchülerInnen wissen zu Beginn nicht, um welche Lebewesen es geht. Nach und nach werden Aussagesätze mit Inhalten zu Fledermäusen vom Lehrer vorgelesen, die Aussagen werden immer deutlicher den Fledermäusen zuordenbar. Wenn ein/e SchülerIn meint zu wissen um welche Tiergruppe es sich handelt, legt er/sie den Zeigefinger auf die Nase. Hat er/sie sich geirrt, kann sie den Finger auch wieder wegnehmen. Wenn ein Großteil der Klasse die Finger auf der Nase hat, wird das Rätsel aufgelöst. Beispielhafte Aussagesätze zu den Fledermäusen finden Sie in den Materialien (Fledermäuse_Nasenquiz.doc).

Klassenlauf mit Artenkarten und Infoplakaten

Jede/r SchülerIn zieht eine Fledermauskarte. Auf dieser findet sich der Name einer Fledermausart in der Überschrift und wesentliche Lebensraumansprüche als vorgegebene Punkte, die inhaltlich zu recherchieren sind. Je nach Schulklasse können mehr oder weniger Arten ausgegeben werden. Wenn weniger gewählt werden, kann man Arten nehmen, die sich stärker in ihren Ansprüchen unterscheiden, pro Art empfiehlt es sich mindestens 2 Fledermauskarten auszugeben. In der Folge laufen die SchülerInnen zu den Infoplakaten, suchen dort die gewünschten Informationen und tragen sie in ihr Arbeitsblatt ein. Am Schluss hat jede/r SchülerIn einen Steckbrief von einer Fledermausart. Die Vorschläge für die Fledermauskarten und die Infoplakate finden Sie in den Materialien.

Zusammenführung mit Ausarbeiten der Unterschiede & der Gemeinsamkeiten

Für die Weiterarbeit schlagen wir vor, dass die SchülerInnen kurz präsentieren, welche Informationen sie über die Umweltansprüche der von ihnen bearbeiteten Art gefunden haben. Der Lehrer/ die Lehrerin trägt diese Informationen auf der Tafel in eine Tabelle ein (Zeilen sind Arten, Spalten sind die Überschriften der Lebensraumansprüche). Ist die Tabelle ausgefüllt, wird gemeinsam ausgewertet, welche Gemeinsamkeiten sich bei allen Fledermausarten finden und wo sich Unterschiede ergeben. Im Vergleich kann die Art-Umweltbeziehung = ökologische Nische bei den Fledermausarten an den einzelnen Fledermausarten gemeinsam erarbeitet werden.

Die Tabelle als Darstellungsform haben wir gewählt, weil sie ermöglicht, die Ansprüche der Arten Spaltenweise zu vergleichen. Um diese Darstellungsform zu üben, kann z.B. die Aufgabe gestellt werden, dass gleiche Lebensraumansprüche durch gleiche Symbole ersetzt werden (z.B. Beutetiere als Aufkleber) und so eine grafische Lösung zur besseren Vergleichbarkeit gefunden wird.

In dem Excel-File in den Materialien finden Sie eine Übersicht aller in Österreich vorkommenden Fledermäuse, die gelb markierten Arten sind die, die in den Unterrichtsmaterialien (Fledermauskarten & Plakate) behandelt wurden.

2. Unterrichtseinheit

Anknüpfend an die Steckbriefe der einzelnen Arten und die tabellarische Auflistung kann in der Klasse in einem Brainstorming gesammelt werden, welche Gefährdungen für die Fledermäuse sich die SchülerInnen vorstellen können. Ergänzungen bietet das Infoplakat „Gefährdung & Schutz“. Der Bogen spannt sich bei diesen Fragen von den Bedürfnissen und Lebensraumansprüchen der Arten bis hin zu Einschränkungen, die sich durch menschliche Nutzung ergeben.

In einer weiteren Unterrichtssequenz können dann Möglichkeiten zur Unterstützung und zum Schutz der Feldermäuse thematisiert werden. Das kann bis zum Bau eines Fledermausbrettes gehen. Leitfragen dabei sind: Welche Arten können wir über Fledermausbretter & Fledermausnistkästen unterstützen? Wie baut man ein Fledermausbrett? Im März ist auch noch Gelegenheit diese Nisthilfen anzubringen. Infos zum Bau von Fledermausbrettern und deren Anbringung finden Sie unter den Links.

Die Aktion des NATURSCHUTZBUND Oberösterreich "Offene Türme, offene Dörfer" zur Sicherung der Sommerquartiere der Fledermäuse könnte Anregung sein, ähnliche Aktionen gemeinsam mit SchülerInnen auch in anderen Bundesländern durchzuführen.

Anregungen für Exkursionen

Sehr aufregend für die SchülerInnen ist natürlich, wenn sie Fledermäuse selbst beobachten können. Derzeit sind die Tiere noch im Winterschlaf und da sollten sie auf keinen Fall gestört werden! Im späteren Frühjahr (März & April) kann man manche Fledermausarten noch gut in Höhlen beobachten, am besten kurz bevor sie in ihre Sommerquartiere umziehen. Zu diesem Zeitpunkt stört man ihre Winterruhe nicht mehr. Dazu nimmt man am besten mit den Höhlenforschervereinen der jeweiligen Bundesländer Kontakt auf. In NÖ ist z.B. die Hermannshöhle (bei Kirchberg am Wechsel) besonders reich an Fledermäusen (14 verschiedene Arten leben hier!). Die Höhle kann im Rahmen von Schauführungen besucht werden.

Ab März können die Fledermäuse auch schon am Abend bei Ihren Jagdflügen beobachtet werden. Gute Beobachtungsplätze sind Kirchtürme, die in der Nacht angestrahlt werden. Durch das Licht werden zum einen Nahrungstiere angelockt, zum anderen kann man auch die Fledermäuse gut bei ihren akrobatischen Flugmanövern beobachten (in Wien z.B. am Stephansplatz oder am Petersplatz, auch auf den Brücken beim Schwedenplatz über dem Donaukanal).

Auf Exkursionen können die Ultraschalllaute mittels eines Bat-Detektors auch hörbar gemacht werden. Dazu kontaktiert man am Besten regionale FledermausexpertInnen.

Beobachtungsmöglichkeiten für Fledermäuse gibt es darüber hinaus auch im Tiergarten Schönbrunn (4 Arten) und dem Haus des Meeres (Flughund). Dort werden oft auch große fruchtfressenden Fledermäuse, die sogenannten Flughunde, gehalten. In den Zoos in den Bundesländern werden leider noch keine Fledermäuse gehalten.



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Pressemeldungen

Grosse Hufeisennasen im kleinen Grenzverkehr

'Gefangene der Nacht' - Fledermäuse fliegen tagsüber nicht, weil sie zuviel Energie aufwenden müßten.


Termine

Fledermaustagung BoKu 5.3.2011

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